× +49 (0) 40 - 839 15 35
Physiowerk Schenefeld
Hauptstraße 33-37
22869 Schenefeld
Kontaktdaten speichern
Servicezeiten
8 - 18 Uhr

« Zurück

Morbus Scheuermann

Der Morbus Scheuermann ist die häufigste Wirbelsäulenerkrankung im Jugendalter. Sie bildet sich bereits während der Wachstumsphase aus. Männliche Jugendliche sind doppelt so häufig betroffen als weibliche. Die Ursachen für die Erkrankung sind zumeist unklar. In vielen Fällen liegt eine erbliche Komponente vor, da die Erkrankung in einzelnen Familien gehäuft vorkommt. Diskutiert werden auch hormonelle Ursachen und äußere Einflüsse wie eine schlechte Körperhaltung und Fehlbelastungen. Nur ca. 30 Prozent der Erkrankten im Wachstumsalter klagt über Beschwerden. Kraftaufwendige Sportarten (Leistungssport) im Jugendalter können die Entstehung eines Morbus Scheuermann begünstigen.

Die Wachstumsstörung ist gekennzeichnet durch eine Reifestörung an den Grund- und Deckenplatten der Brustwirbelsäule und/oder der Lendenwirbelsäule. Dies ist aber seltener. Das Wachstum an der Vorderseite des Wirbels ist im Vergleich zur Hinterkante eingeschränkt. Dadurch entwickeln die einzelnen Wirbelkörper die Form eines Keiles. Es müssen mindestens drei benachbarte Wirbelkörper betroffen sein, die jeweils einen Keilwirbelwinkel von mindestens 5 Grad aufweisen. Die Brustwirbelsäule verformt sich. Dies führt dann zu dem typischen Rundrücken im Bereich der Brustwirbelsäule, der mehr oder weniger stark ausgeprägt sein kann.

Finden sich derartige Keilwirbel im Bereich der Lendenwirbelsäule, entsteht ein so genannter Flachrücken. Diese Form ist schmerzanfälliger. Bei gleichzeitigem Befall der Brust- und Lendenwirbelsäule spricht man von einem thorakolumbalen Scheuermann. Er zeichnet sich durch einen totalen Rundrücken aus.

Erste Symptome äußern sich in diffusen Rückenschmerzen. Es werden drei Phasen beschrieben:

Initialphase:

  • keine Beschwerden
  • Befund nur auf dem Röntgenbild erkennbar

Ausbildungsstadium:

  • vermehrte Schmerzen
  • Deformierungen an den Wirbelkörpern
  • Ausbildung von Rundrücken (Brustwirbelsäule) oder Flachrücken (Lendenwirbelsäule)

Endstadium:

  • in diesem Stadium treten am häufigsten Schmerzen auf
  • Überbelastung der angrenzenden Strukturen wie Bänder, Wirbelgelenke und Muskulatur
  • Spätfolgen sind frühzeitiger Verschleiß und Arthrose der Wirbelsäule

Die Diagnose kann auf Grund von Haltungsschwächen im Bereich der Brustwirbelsäule und durch die Buckelbildung gestellt werden. Der Rundrücken ist fixiert, das heißt, der Rundrücken kann nicht aktiv ausgeglichen werden.

Im Anfangsstadium fallen bei Morbus Scheuermann die Haltungsschwächen, meist in der Brustwirbelsäule auf (Buckelbildung). Klinisch kann die Diagnose durch den Nachweis der Fixierung der Rundrückenbildung (Unfähigkeit den Rundrücken aktiv auszugleichen) gesichert werden. Auf dem Röntgenbild ist eine Keilwirbelbildung und sogenannte Schmorlsche Knötchen zu erkennen. Diese Knötchen stellen in den Wirbelkörper eingedrungenes Bandscheibengewebe dar.

Die Therapie des Morbus Scheuermann hängt vom Erkrankungsstadium, der Fehlbildung und Beschwerdesymptomatik ab. So lange das Wachstum nicht abgeschlossen ist, ist theoretisch eine Wachstumskorrektur möglich.


Artikel weiterempfehlen Artikel weiterempfehlen »

« Zurück

©2020 Praxeninformationsseiten | Impressum